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    Spekulationen – 17. Internationale Architekturbiennale Venedig / 2. Runde

    Das Architektur-Studio heri&salli/Wien erreichte gemeinsam mit Michael Rieper/MVD Austria und Heidi Pretterhofer/Pretterhofer Arquitectos beim Wettbewerb für die 17. Internationale Architekturbiennale in Venedig die 2. Präsentationsrunde.

    Als Thema des österreichischen Beitrags haben wir Spekulationen über zukünftige Wirklichkeiten vorgeschlagen.

    Spekulationen über die Zukunft bilden das Grundgerüst unseres Handelns – keine Erfindung ohne Theorie, vorangegangene These und ohne Neugier auf das Ungewisse.

    Wir können unsere Spekulationen, unsere Risiken, nur rechtfertigen, indem wir Geschichten, Erzählungen und letzten Endes Erwartungen von einer „Verbesserung“ platzieren, und unser Umfeld das für schlüssig hält.

    Ausdehnen >> Kippen >> Durchkreuzen >> Beschneiden

    Solange der Mensch seine ganz bestimmte Eigenheit – Fiktionen zu folgen – nicht verliert, solange werden Spekulationen selbstverständlich Teil unseres täglichen Werkzeugs sein.

    Die Praxis der Architektur ist per se spekulativ, ebenso die räumliche Intervention am, um und im österreichischen Pavillon. Das Kuratorium versteht die Ausstellung als 1:1 Experiment, in dem die „skulpturale Plattform“ der Nährboden für das „diskursive Happening“ ist, beide bedingen einander und erzeugen ein komplexes, dynamisches Spiel mit offenem Ausgang.

    Fünf Themenkreise durchschneiden diese „Spekulations-Architektur“Der österreichische Beitrag spekuliert mit den Ebenen des Raums: Plattformen werden ausgedehnt, gekippt, voneinander durchdrungen und von Bedürfnissen beschnitten. Durch diese Spekulation erst werden aus Ebenen Räume und Etagen, Treppen und Dächer.

    Der Hang zu Spekulationen erzeugt nicht immer eine Basis des Vertrauens, in welche wir uns gerne begeben. Spekulationen haben eine Vergangenheit. Weltwirtschaftskrisen wurden dadurch ausgelöst, Zugang zu Grund und Boden und erschwinglichen Wohnraum wird von Hürden umgegeben, behutsam Aufgebautes wird mit Risiko belegt und fürs „Spiel“ frei gegeben.

    Ergebnisse und Erwartungen von Spekulationen werden inhaltlichen Zielsetzungen vorgezogen, und letzten Endes bergen Spekulationen der reinen Spekulation halber das Potential einer verantwortungs- und sinnentleerten Implosion. Beinahe täglich wird uns diese zerstörerische Kraft vor Augen geführt.

    Abbilder des alten und neuen Babylons

    Die Ziggurate von Babylon dienen uns dabei als Inspiration. Sie sind die permanente und mythische Baustelle als Metapher für urbane Dichte und Dynamik, kontinuierliches Provisorium und Sprachverwirrung. Sie sind ein Rückgriff auf die ersten Städte der Menschen und ihre wichtigsten Werkzeuge: Der Spekulation über zukünftige Wirklichkeiten.

    Denn wir müssen fragen: Was fesselt und fasziniert uns so an diesem Spekulativen, an dem Sprung ins Ungewisse mit der guten Hoffnung ausgestattet unser Dasein qualitativ aber auch quantitativ besser zu gestalten.

    Spekulationsteam: © heri&salli, MVD Austria, PRETTERHOFER ARQUITECTOS[